Zeichenkurs: Tutorial – Oberarm & Schulter zeichnen

1. Januar 2011 in Zeichnen

Ein Tutorial zum Schulter und Oberarm zeichnen lernen

Definiere die Muskelpartien!

Hallo Leute,
nachdem wir uns den unteren Bereich des Körpers in den letzten Tutorials angeschaut haben, gehen wir nun zum Oberarm und zur Schulter. Wie wir Figuren in ihren Haltungen uns Gesten zeichnen haben wir bereits verstanden, aber wie sieht es mit den komplexen Muskelstrukturen in der oberen Hälfte des Körpers aus? Ich zeige euch einige Beispiele und gebe Ratschläge zu diesen Körperstellen…

Das Wichtigste in diesem Tutorial ist, das Verständnis für den Oberarmknochen und die Schulterblätter zu bekommen. Ihr solltet die Proportionen, Kanten und Formen der einzelnen Muskeln verstehen, um sie dann exakt auf das Papier zu bringen. Ohne Vorkenntnisse zu diesen Muskel Partien und Formen, werden eure Figuren nicht ganz proportional stehen können. Außerdem möchte ich euch die Relation und den Zusammenhang zwischen Knochen und Muskel näher bringen. So betonen die Schultern erst eine Armbewegung und machen sie somit komplett.

Aber wie zeichne ich nun eine Schulter und einen Oberarm? Um dies zu erklären solltet ihr euch unbedingt die folgenden Beispiele anschauen, um zu sehen, in welchen Formen und aus welchen Perspektiven so ein Arm aussehen kann. Aller Anfang ist schwer, aber das ist reine Übungssache. Generell müsst ihr mit einer Haltung der Figur anfangen… ein Strichmännchen reicht völlig aus. Dieses müsst ihr dann nur noch mit den Muskeln bestücken, sodass es zu einer richtigen Figur wird.

Bewegungsstudie eines Armes / Schulter

Fangen wir mit drei verschiedenen Posen bzw. mit einer Bewegungsstudie an, die uns die Verhältnisse verdeutlicht. Auf dem ersten, linken Bild sehen wir einen ausgestreckten Arm. Könnt ihr dabei sehen, dass sich die Schultern nun vor dem Brustkorb bewegen und sich der Deltamuskel anspannt? Das zweite Bild zeigt eine relaxte und entspannten Haltung. Alles steht auf seinem Platz – der Arm befindet sich dabei auf der gleichen Ebene wie der Hals. Das letzte Bild zeigt, dass sich der Arm und somit auch die Schulter stärker vom Brustkorb entfernt und nicht mehr parallel zum Hals verläuft. Achtet auch auf den dynamischen Schwung des Rückens. Solche Kleinigkeiten müssen später beim zeichnen beachtet werden.

Bewegungsstudie des Armes von hinten

Hier haben wir eine Rückansicht des Brustkorbs einer Person. Wenn wir hier die Schultern etwas näher betrachten sehen wir, dass sie eine klare Verbindung zwischen Arm und Torso bilden. Linie A zeichnet dabei den Verlauf ohne Schulter aus, B integriert sie in den Torso und Linie C bildet den Anfang der Schulter, welches nach außen geformt ist und zum Arm führt. Schultern ziehen sich je nach Dehnung etwas weiter nach vorne oder nach hinten, bei entspannter Position bleibt alles normal.

Ein dynamischer Sprung einer Figur

Ein Körper in einer Bewegung

Dynamik ist hier groß geschrieben: Die Bewegung dieser Person ähnelt einem Sprung und die Sicht des Betrachters steht dabei weiter unten. Der linke Arm wird nach oben gestreckt, sodass sich die Schulter fast in der Höhe des Ohres befindet. Durch das Strecken kommen die Muskeln schön zur Geltung, sodass sie ausgeprägter gezeichnet werden.

Muskeln lassen sich mit Linien einfacher zeichnen

Aber wie genau definiere ich die Muskeln? Zeichnet euch dazu einfach Linien, die sich durch den Arm schlängeln. Sie bestimmen den Rhythmus und somit den Aufbau der Muskeln. Es ist ein äußerst leichter Trick um die Proportionen zeichnen zu können, ich kann es nur empfehlen!

Das Zusammenspiel von Muskeln und Knochen

Ihr solltet Muskeln in geometrischen Formen aufteilen und zeichnen, das prägt das Muster schneller ins Gedächtnis ein und ihr könnt viel schneller freier Figuren und in dem Fall Oberarme zeichnen. In diesen Studien könnt ihr sehen, dass die Knochen mit Muskeln nahezu verpackt sind. So kommt ihr noch näher an die Außenformen des Armes. Oder wie sieht es mit Räumlichkeit aus? Vergleichbar mit einem Aufbau von Zylinder und Kugeln, ähnlich wie im Bein-Tutorial.

Zylinderformen eines Armes

Gehen wir einfach genauer auf die Zylinderform ein. Wie ihr sehen könnt lässt sich jeder Zylinder in genau 3 Abschnitte teilen, die den Arm formen und gestalten. Der Übergang vom Torso zum Arm wird durch ein »Handtuch« verflüssigt, was das Zeichnen um einiges vereinfacht. Die Proportion könnt ihr in der Breite im übrigen auch in drei gleich große Blöcke aufteilen. Ein Block ist dabei eine Schulter groß – der Block in der Mitte bestimmt die Größe des Halses.

Verschiedene Blickwinkel des Oberarmes

Muskeln lassen sich als Pumpen darstellen

Wie sind die Muskeln verbunden, wie bewegen sie sich und wie interagieren sie? Ein weiteres Beispiel ist es, die Muskeln als Pumpen darzustellen. Sie pumpen das Blut durch euren Körper, ganz einfach. Durchaus ist aber auch die Form eines Säbels denkbar, der mit der Kante das Kugelgelenk darstellt. Wenn ihr euch andere Ansichten anschaut werdet ihr schnell merken, dass sie durchaus immer rund sind und immer einen Zylinder bilden. Der Unterarm teilt sich danach in zwei weitere Knochen, die etwas dünner von der Zylinderform sind.

Die Rückansicht eines Menschen in gestreckter Pose

Nebenbei eine Ansicht einer Person , die ihren linken Arm nach oben streckt. Durch diese Streckung sieht man, wie die Schulter förmlich »mitgeht« und wie vorhin schon erwähnt den Torso mit dem Arm verbindet. Auf der rechten Seite fehlt die Streckung, daher befinden sich im unteren Bereich auch Falten, die etwas nach innen gewölbt sind.

Der Arm und die Schulter in Bewegung, Dynamik

Hier sehen wir die Schulter in zwei verschiedenen Positionen: Von Vorne und von der Seite. Die Vorderansicht zeigt, wie sich die Muskeln nach außen vom Brustkorb hinweg strecken. Die Seitenansicht stellt dagegen eine Aktion dar, welche die Muskeln weiter betont, vor allem im Schulter- und Oberarm-Bereich. Die Wölbung ist dabei stark nach oben gewölbt, was die Schulterblätter viel größer erscheinen lässt.

Zum Schluss empfehle ich euch, die Bilder gut zu studieren und sie als Anfänger erstmal abzuzeichnen, um das Gespür für die Muskelpartien zu bekommen. Seid ihr etwas geübter oder möchtet eure eigenen Figuren in ihren verschiedenen Posen zeichnen, so startet direkt mit der Grundfigur, die ihr dann durch Muskeln weiter ausbaut.

Üben… das ist alles, viel Spaß dabei ;)

Grafiken: Fantasy & Sci-Fi Digital Art Imagine FX – How To Draw And Paint Anatomy

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  1. Dustin - 2. Januar 2011

    Darf man jetzt ein Kommentar schreiben? xD
    Man oh Man!!! Echt mal wieder ein super langer Artikel und wie lange du gebraucht hast…OMG! =D
    Aber es hat sich ja gelohnt…werd ihn mir später nochmal richtig durchlesen..da ich ihn jetzt nur überfliegen konnte..
    Naja..die Bilder sagen auch viel :P ne im Enst echt schöner ausführlicher Artikel…wird man bestimmt noch mal brauchen später xD
    Liebe Grüße!

  2. Dennis S. - 2. Januar 2011

    Alter das ist echt unglaublich wenn das irg jemand kann dann du , du könntest echt deine eigene Zeichenschule aufmachen , obwohl mich dieses Thema nciht so interessiert ,also Muskelnzeichnen (bzw. diese wahnsinnig realistischen bewegungen), komm ich aus dem Staunen echt nicht mehr raus , das ist echt einfach nur noch WOW wie du das drauf hast O.o

  3. Luke/Citygreensboy - 2. Januar 2011

    OMG Alter ist das kompliziert , diese ganzen Minizeichnungen aus der Hand O.o
    An sich könntest du schon Kunstlehrer werden ;D
    Am besten dann Kunst und LP-Lehre !!! :D

  4. Crooper - 2. Januar 2011

    Oh man, deine Vorzeichnungen sehen zwar voll krass aus, aber ich könnte damit nicht arbeiten, ich mache mir immer nur so was ganz simples… vielleicht kommt deshalb nur Mist aus meinem Bleistift… oO?

  5. Fantastical - 2. Januar 2011

    Sorry, das ich erst jetzt kommentiere ;)
    hatte gestern keine Zeit zum lesen…
    also… wie man schultern malt und alles wird wirklich super erklärt :)
    wird mir auch denk ich bei meiner nächsten BK arbeit sehr helfen da wir gerade dabei sind Menschen zu zeichnen… (was ich nicht kann xDD)
    Also.. danke tex :) wenn ich ne 1 bekomme hab ich dir das zu verdanken :D

  6. 303v - 2. Januar 2011

    sollten die Tipps/Notizen, die in einzelnen Zeichnungen vorhanden sind, mit einbeziehn?

  7. Nils - 3. Januar 2011

    Ich finde den Artikel super, habe auch schon mit dem zeichnen angefangen, aber bei mir fällt es schwer ein Selbstportät zu machen, da mein Oberkörper einfach ein wenig mehr ausgeprägt ist als bei anderen. (Damit wollte ich nciht angeben^^) Ich habe halt erst normale Strukturen versucht, dachte ich könnte meine Muskulatur auch zeichnen, aber alle Versuche waren megah unproportional im Schulterblatt…das hat mich irgendwie geärgert.
    @303v Wahrscheinlich ja, sonst wären sie nicht da, oder?!

  8. Fubey - 3. Januar 2011

    Heya Tex :D Das ist mal wieder ein wirklich langer aber mindestens genauso informativer Artikel der hier einigen darunter natürlich auch mir bestimmt helfen kann und wird in Zukunft bessere Schultern und Muskeln die damit zusammenhängen zu zeichnen und umzusetzen. Ich danke dir für die Mühe und den wundervollen Artikel :D

    ~ Fubey

  9. Blackmasters - 6. Januar 2011

    Der Artikel ist wirkich interessant gefällt mir sehr gut jedoch werde ich das nicht so oft zeichnen da ich diese Muskelstruktur für eine Zeichnung etwas aufwändig finde.
    Natürlich für Figuren die sehr realistisch dargestellt werden ist das nicht schlecht, aber bei meinen Zeichnungen werde ich vieleicht nur die wichtigsten Muskeln mit einbeziehen.
    Außerdem hat der Mensch ja Kleidung erfunden sie hilft uns warm zu bleiben und den Zeichnern die Bilder mit Weniger Aufwand zu Gestalten.
    Ich habe sowieso Glück da ich ein gutes Vorstellungsvermögen habe, das ist auch ein Grund wieso ich es kaum verwenden werde.
    Jedoch ist es ein guter Artikel (und auch sehr lang^^) war bestimmt viel Arbeit freue mich bereits auf den nächsten Teil.

  10. Supergobelob - 6. Januar 2011

    Was zu! O.O
    Wenn ich als Künstler sowas können muss, dann will ich nie eine Künstlerkarriere anfangen ^^
    An alle, die das zeichnen können: “RESPEKT” v_v

  11. Choco - 6. Januar 2011

    Wieder ein gelungener Artikel Tex :)
    Nur hilft mir das leider nicht weiter bei meinem Problem.
    Immer wenn ich eine Person zeichnen will und ich Rücksicht auf Shcultermuskulatur nehmen möchte, dann zeichne ich diese Person aus Versehen immer total muskulös, total, wie ein Kühlschrank!!!

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