08 Mai, 2012 von Thomas Noschka · 1 Kommentare

Strukturiertes Brainstorming für viel bessere Ideen

Das Konzept steht und du weißt was du gestalten sollst. Allerdings fehlt nun die zündende Idee. Du hast zwar Tonnen von Ideenvorschlägen, weiß aber nicht, welche es zu verfolgen gilt und welche brauchbar sind. Es gibt allerdings Design Prinzipien die dir dabei helfen werden, die beste Idee herauszupicken und sie mit den Aspekten des Prototypings zu leiten!

Bei der Ideenfindung ist es nicht wichtig, sofort die besten Konzepte auf die Beine zu stellen. Stattdessen sollten so schnell wie möglich einige Ideen skizziert werden, die einem spontan einfallen – Brainstorming. Dieser Design Prozess ist eher quantitativ, statt qualitativ! Es sind vor allem ausgefallene und verrückte Ideen gefragt, da aus diesen meist bessere und noch nie da gewesene Konzepte entstehen können.
Für ein neues Produkt wird empfohlen, sich mehrere Tage mit dem Brainstorming zu beschäftigen und so Hunderte von Ideen, Konzepte und Teile ganzer Designs zu erstellen. Es spielt dabei keine Rolle, ob Teile dieser Idee bereits in anderen Produkten existieren – der Grund ist einfach der, eine große Vielzahl an verschiedenen Ideen zu haben, die sich dann ganz einfach kombinieren lassen.

Es wird empfohlen, Ideen sofort als Bilder zu skizzieren, statt es in Worte zu fassen. Gerade in Game-Design hat man klare Vorstellungen der Szene, daher eignen sich Bilder viel eher zur Veranschaulichung. Die Qualität der Skizzen spielt dabei keine Rolle. Texte können allerdings auch eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise wenn es um die Namensgebung geht, wodurch das Konzept klarer zu definieren ist.

Utensilien für Brainstorming

Brainstorming benötigt aber einige »Werkzeuge«! Darunter verstehen wir Tools wie Papier, Stifte, Marker, und mehr. Haltet euch dabei bestenfalls nicht am Computer auf, da ihr hier sehr schnell in Versuchung kommt, nach Dingen zu sehen und so eure Produktivität sinkt. Ideen können später immer noch eingescannt oder fotografiert werden.
Brainstorming muss nicht alleine oder im Team passieren – teilt eure Ideen mit anderen Leuten; Verwandte oder auch Freunde können auch tolle Ideen mit einbringen, die das Projekt verbessern können.
Wichtig ist nur, die Regeln des Brainstormings zu beachten:

  • Es gibt keine schlechte Ideen – jede noch so bescheuerte Idee kann Potential haben!
  • Im Fokus bleiben. An Ideen nicht festsitzen und sie stattdessen pinnen oder beiseite legen, um nicht an einer Idee festzuharren – Denkblockade.
  • Beim Brainstorming gilt es, in kürzester Zeit viele Ideen zu generieren. Achtet daher darauf, nicht an eine Idee festzuhängen und sich darüber tiefere Gedanken zu machen.
  • Nutze den Raum! Pinne deine Ideen fest und verteile sie. So kannst du Ideen leichter verknüpfen und auf ganz neue Ideen kommen.
  • Kein Multitasking. Es ist wichtig, während dem Brainstorming nicht nebenher noch Mails zu beantworten, zu telefonieren oder an anderen Dingen zu arbeiten. Es ist eine konzentrierte Arbeit.

Was macht also einen guten Designer aus? Der Glaube, dass jedes Design-Problem gelöst werden kann und dass die ersten Ideen meistens Müll sind. Stattdessen sollte mehr Zeit bei der Ideenfindung investiert werden – Ideen von Außenstehenden sind oftmals der Schlüssel zum Sieg.
Der wichtigste Schritt ist es, nicht aus seiner Sicht zu gestalten und ein Interface zu bauen, sondern sich in den Nutzer hineinzuversetzen. So werden Prozesse klarer und besser verständlich.

Aufwärm-Übungen für potentielles Brainstorming

Für eine Aufwärm-Übung eignet sich eine Mind-Map sehr gut!
Wie sieht Brainstorming in der Praxis aus? Nehmen wir mal an, du machst eine Installation für ein Museum. Verwende einfach mal 10 Minuten, um Assoziationen zu diesem Thema festzuhalten, was Kunst oder was auch ein Museum ist. Oder zeichne ein Museum und all seine Facetten, Bildern, Statuen. Oder frage mal die Leute, die sich gerade mit dir in einem Raum befinden, nach ihren Assoziationen und Ideen. Das ist eine kleine Aufwärm-Übung für die Hand, den Kopf und den Mund, bevor es an die richtige Ideen-Findung geht.
Eine Periode der Ideenfindung sollte nicht länger als 2 Stunden gehen. Verbringe stattdessen lieber mehrere Tage für Brainstorming und überlege an den verschiedensten Orten für dein Konzept, egal ob unter der Dusche, beim Spazieren oder sonst wo.

Beim langsamen Zusammensetzen der Idee, solltest du dir das Ganze mal mit »Magie« betrachten. Wie würde es aussehen, wenn der Nutzer nur einen einzigen Knopf zur Verfügung hat – was würde beim Draufdrücken passieren?

Strukturiertes Brainstorming

Der soeben besprochene Punkt der Magie, spielt in diesem Bereich eine wichtige Rolle. Allerdings gibt es noch andere Faktoren, die ein strukturiertes Brainstorming fördern. Stell dir doch folgendes vor:

  • Welcher Part des Prozesses, deiner Idee, kann sich als schwierig oder problematisch erweisen? Der Designer sollte Probleme beseitigen – dies kann bereits in der Idee geschehen.
  • Chancen nutzen, wenn es Orte für passende Innovationen gibt. Euer Projekt lässt sich wunderbar mit dem Eifelturm verbinden? Wunderbar, dann orientiert euch an diesem Aspekt.
  • Wenn gewisse Schritte im fertigen Produkt mit eingebunden sind, können auch diese einzelnen Schritte wunderbar mit Ideen gefüllt werden. Zum Beispiel wenn das Produkt verlangt, es mit nach draußen zu nehmen.
  • Personas können dazu dienen, sich in eine Person hineinzuversetzen und den gesamten Prozess durchzugehen. Kommt der User mit den einzelnen Schritten klar?!
  • Metaphern sind wunderbare Brücken des menschlichen Gehirnes. Wie lässt sich das Produkt beschreiben? Was ist das Produkt nicht? Ein Beispiel wäre ein Spielzeug-Handy: Ist es ein Musikinstrument oder eher ein Küchengerät?

Weitere Ideen für Brainstorming:

  • Jede Person schreibt ein Begriff oder skizziert etwas auf ein Blatt Papier. Diese festgehaltene Idee wird dann weitergereicht und auch weiterentwickelt, sodass immer mehr Ideen hinzukommen.
  • Breche die Regeln, die dir beim Brainstorming im Weg stehen. Vielleicht ist Multitasking und digitales Arbeiten doch besser? Wende diesen Trick aber erst im späteren Prozess an!
  • Extrahiere deine Idee in zwei Wörter und schreibe diese in ihrer Gegensätzlichkeit auf, zum Beispiel „natürlich, künstlich“. Welche Beispiele gibt es zu diesen Wörtern und wie lassen sich diese verbinden?!
  • Fasse deine Ideen in ein kurzes Gedicht oder einfach nur Text zusammen und versuche herauszufinden, worin die Probleme und die Wichtigkeit liegen.
  • Stelle dir die Fragen: „Wie und Warum“. Zum Beispiel möchtest du ein neues soziales Netzwerk gestalten… aber wie und warum?
  • Probleme direkt an der Hand bearbeiten, kann zur Lösung und zu neuen Ideen führen. Stelle dir direkt die Frage, wie ein Problem in deinem Konzept gelöst wird oder werden soll.
  • Wie macht es die Konkurrenz oder ähnliche Produkte? Schau dich bei anderen um und „klaue“ ihre Ideen.
  • Stell dir vor, dass du genau das Gegenteil machst: Was ist gut und was ist schlecht?!

Es bietet sich an, festgehaltene Ideen nun zu zu sortieren und sie in Gruppen zu unterteilen. Das schafft nicht nur einen besseren Überblick, sondern verknüpft auch direkt Ideen miteinander. So könnt ihr das Ganze bequem in Spalten teilen oder eine vergrößerte Mind Map anlegen, auf der alles sauber verknüpft wird.

Das Entwickeln von Design Prinzipien.

Eine Idee kann nicht ihren Sinn und Zweck erfüllen, wenn sie ihre Prinzipien nicht nach geht. Ein einfaches Beispiel: Ihr möchtet ein neues Display für eine Küche entwickeln. Da der Nutzer in der Küche seine Hände ständig benötigt und diese auch nicht immer ganz sauber sind, würde ein Display mit einer Gestensteuerung oder per Stimme besser funktionieren, als ein Touch Screen. So könnt ihr schon im Vornherein ausschließen, Buttons für die Bedienung zu verwenden, wenn dieses sowieso nicht zum Einsatz kommen.
Es ist wichtig, den Sinn und Zweck eines Interfaces und damit auch einer Idee zu erfüllen.

Prinzipien lassen sich in 3 Kategorien festhalten, aufzählen und sind Kombinationen aus folgendem:

  • Was wissen wir über die Nutzer, die Verwendung im Kontext und Design Strategie?
  • Die besten Ideen, die beim Brainstorming Prozess aufkamen
  • Was ist für ein erfolgreiches Projekt nötig, in Bezug auf Erfahrungen.

Versuche die Prinzipien stärker zusammenzufassen.

  • Kernaussage finden – kurze Beschreibung worum es geht.
  • Unvergessliches – Die besten Prinzipien vergisst niemand; denk dir was provokantes, witziges, … aus!
  • Je mehr Features das Produkt besitzt, desto zufriedener der Endverbraucher
  • Einzigartigkeit – Natürlich sollen Produktte innovativ, einfach und leicht zu bedienen sein. Aber was macht es so einzigartig?
  • Prinzipien dürfen untereinander nicht im Konflikt stehen und sich bockigeren.

Das sind die wichtigsten Punkte, die dabei beachtet werden müssen. Brainstorming besitzt zwar einige Faktoren, kann aber sehr effektiv sein und auf viele ganz verschiedene Ideen bringen.

Autor Thomas Noschka
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Thomas – Blogger, Grafik- und Interface Designer. Ich skate gerne, trinke Tee, reise oft und sehe das Internet als große Spielwiese an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, dann besuche mich auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube
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