Ist Adobe Premiere der richtige Weg für YouTuber?

Gastartikel. Das Internet ist voll von guten Inhalten. Gerade auch Videos. Auf YouTube hat sich in den letzten Jahren nicht nur hierzulande eine riesige Szene an aktiven YouTubern und Let’s Playern entwickelt, die mit ihrem Content breite Massen erreichen.
Seid Ihr Neueinsteiger, dann tut Ihr Euch vielleicht schwer damit, Euch aus der breiten Masse abzuheben. Wenn Ihr ein Publikum aufbauen wollt, sind zwei Punkte entscheidend: Quantität und Qualität. Die Quantität eurer Videos bleibt eurem Zeitplan überlassen, für die Qualität braucht ihr aber die richtigen Tools. Ein gutes Schnittprogramm wie Adobe Premiere ist eines dieser Tools, das ich Euch kurz (ganz kurz, wenn man auf den Programmumfang schaut) näher bringen möchte.

 

Import, Schnitt und Upload – alles aus einer Hand

Nicht nur professionelle Filmproduktionen setzen auf die Produkte von Adobe, denn neben dem Acrobat Reader ist die amerikanische Firma vor allem für Photoshop, After Effects und Premiere bekannt. Diese drei Programme sollten für Eure Videoproduktion ohnehin zu den wichtigsten Instrumenten gehören (und über die Creative Cloud sind sie praktischerweise auch alle verfügbar).

Photoshop ist der Industriestandard in der Bildbearbeitung, After Effects ist quasi Photoshop für Video – grob zusammengefasst – und Premiere ist ein Schnittprogramm.
 Und ein Schnittprogramm ist wichtig, selbst wenn Ihr nur einfache Let’s Play-Schnipsel auf YouTube ladet, denn es hilft Euch dabei, ein Publikum aufzubauen.
Ein Beispiel: Ihr nehmt 20 Minuten-Videos auf, wie ihr ein Spiel auf der Konsole spielt. Nun könntet Ihr die Schnipsel aufnehmen und direkt hochladen, doch dies ist nur bedingt praktisch. Denn wollt Ihr ein Publikum wirklich gewinnen, solltet ihr am Ende eures Videos Zuschauer zum Liken und Abonnieren auffordern (Call-to-Action nennen Marketingabteilungen das), eventuell möchtet Ihr sogar ein kleines Intro zusammenschneiden oder eine Facecam einbinden. Mit Adobe Premiere könnt Ihr die Clips einfach in den Medienbrowser laden und zusammensetzen, außerdem könnt Ihr die Enden trimmen oder Titel einfügen – das sind nur die absoluten Grundfunktionen von Premiere, denn natürlich könnt Ihr noch viel mehr mit dem Programm anstellen.

Neben dem reinen Schnitt bietet auch Premiere Möglichkeiten der Bearbeitung, so könnt Ihr die Farben angleichen oder zu dunkles Material aufhellen. Bei einem Voice-Over ist auch die richtige Tonabmischung nicht unwichtig.

Und im letzten Schritt codiert Premiere Euer Video für YouTube. Warum ist das wichtig? Weil YouTube das Video ohnehin codiert und das Original nicht aufbewahrt. Der Upload des Originalvideos ist also nur Verschwendung Eurer Bandbreite. Wie die Spezifikationen an Bit- und Samplingrate genau je nach Auflösung (oder Framerate, denn Ihr könnt auf YouTube neuerdings auch 60 Bilder pro Sekunde hochladen) sind, müsst Ihr Euch nicht merken, denn die Software bietet Euch die Möglichkeit, den Export zu YouTube direkt zu starten.

Keine Angst vor vielen Fenstern

Adobe Premiere ist ein komplexes Programm, aber kein schwieriges. Natürlich ist der erste Blick überwältigend, denn die Vielfalt an Optionen wirkt schon mal erdrückend – Profis haben sogar spezielle Tastaturen, in denen farbig die Shortcuts vermerkt sind -, aber mit Premiere lässt sich eben auch ein abendfüllender Spielfilm schneiden.
Aber die meisten Let’s Player und Vlogger werden an dem ein oder anderen Punkt ohnehin schon einmal mit einem NLE (also einer Non-linear Editing Suite) gearbeitet haben. Ob das nun der Windows Movie Maker war, iMovie oder Magix, die Programme funktionieren alle ähnlich. Nur die Funktionen sitzen an anderen Stellen. Der Umstieg kann also etwas Umgewöhnungszeit erfordern, aber die Einarbeitung in Premiere Pro lohnt sich, da das Programm auch für komplexe Anforderungen bestens geeignet ist. Noch einmal umlernen müsst Ihr also nicht.

Im Adobe Premiere Pro Programm

Welches Equipment Ihr so braucht

Ob für Let’s Play, Vlog oder Kurzfilm, für Adobe Premiere braucht Ihr einen PC oder Mac, denn ohne könnt Ihr nicht schneiden. So weit, so logisch. Die Systemvoraussetzungen der neuesten Version von Premiere sind vergleichsweise bescheiden: Ihr braucht einen IntelCore2 Duo Prozessor (oder einen AMD Phenom II), 4GB RAM und Festplattenspeicher. Und zwar viel (!) Festplattenspeicher. Der ist nämlich nicht nur wichtig, um Eure Files zu lagern, sondern auch um Renderfiles auszulagern und optimierte Videos zu erstellen. Große (und schnelle) Festplatten werden Euer bester Freund werden, wenn Ihr mit Adobe Premiere speichert.

Außerdem ist Euch zu einer schnellen Grafikkarte geraten. Warum? Weil Adobe Premiere genau wie Games auf eine GPU-Beschleunigung setzt, die Prozesse im Hintergrund ablaufen lässt. Mit genügend Arbeitsspeicher könnt Ihr auch im Hintergrund noch weiter arbeiten, die Prozessorleistung ist vor allem zum Codieren wichtig. Und ein großer Bildschirm hilft Euch natürlich beim Schneiden, denn Premiere besteht aus vielen Fenstern und Übersicht erleichtert Euch das Leben. Spielt Ihr ohnehin am PC dürften Euch Premieres Systemanforderungen kaum ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern, zum Schneiden braucht Ihr kein hochgezüchtetes System.

Lohnt sich der Schritt?

Bleibt die Frage, ob der erste Schritt zu Adobe Premiere sich auch für kleinere YouTuber lohnt. Schwierig zu beantworten, aber in der Regel ja. Denn Adobe bietet mit Premiere Elements eine kostengünstige Einstiegslösung, die alle Funktionen beinhaltet, die man von einem Schnittprogramm erwarten kann. Professionelle Funktionen wie das Roundtripping, also das Übermitteln von Dateien an After Effects oder Speedgrade, fehlen, aber das ist für Einsteiger zu verschmerzen. Eine günstigere Videobearbeitung, mit der sich derartig professionelle Ergebnisse erzielen lassen, findet Ihr kaum. Außerdem fällt der Umstieg zu Premiere Pro danach umso leichter.

Der Schritt zur Creative Cloud ist dafür ein bisschen weiter – und deutlich teurer. Der Preis hängt ein bisschen davon ab, ob Ihr noch studiert und wie lange Ihr das Programm abonnieren möchtet, denn die CC gibt es nur noch im Abo. Das lohnt sich, wenn Ihr regelmäßig Content produziert, aber Gelegenheitsfilmer sollten zwei Mal überlegen.
Größter Vorteil der Creative Cloud sind aber die ständigen Updates, denn Ihr erhaltet immer die neuesten Versionen der enthaltenen Programme. Und das ist nicht nur Premiere, auch After Effects, Photoshop (etwa für Thumbnails) und der Adobe Illustrator sind enthalten. Die kreativen Möglichkeiten, die Ihr aus der CC schöpfen könnt, sind bombastisch und werten jedes Video vom Vlog bis zum Let’s Play auf.

Und Qualität ist der sicherste Weg, um aus der Masse der Videos herauszustechen.
~ Constantin Gerlow

Veröffentlicht von

Thomas Noschka

Hallo, ich bin Thomas – Blogger, Grafik- und Interface Designer. Ich skate gerne, trinke Tee, reise oft und sehe das Internet als große Spielwiese an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, dann besuche mich auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube

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