Erfolgsgeheimnis von Breaking Bad

Warum ist Breaking Bad so erfolgreich?

„Yeah Bitch, Magnets!“ – das schreie ich immer, wenn Hauptprotagonist Walter seinem Ziel ein Stückchen näher gekommen ist. Es bleibt in jeder Szene spannend und ich will stets wissen, was mit all den zwielichtigen Gestalten als Nächstes passiert!
Breaking Bad gehört zu den erfolgreichsten Serien, die je produziert worden sind und gewann 16 Emmy’s und zwei Golden Globe Awards (Stand: 15.02.2015). Doch warum ist Breaking Bad eigentlich so erfolgreich und wieso fiebern wir so mit? Was macht die Serie so besonders und einzigartig, was andere Serien vielleicht nicht haben oder gar falsch machen?

„Es ist Wachstum, Niedergang – und dann Veränderung“, so oder so ähnlich lässt sich Breaking Bad zusammenfassen. Den gesamten Plot muss ich hier nicht nochmals zusammenfassen, da dieser auf gefühlten eine Millionen anderen Seiten detailliert erklärt wird. Dennoch möchte ich ein Merkmal aufweisen, was zum Erfolg der Serie beifügt: Keine andere Serie präsentiert uns einen so zwiespältigen Hauptprotagonist wie Walter! Er ist jemand, der für seine Familie alles tut und damit auch seine Handeln sowie Karriere als Drogenbaron rechtfertigt – es ist ja alles für einen guten Zweck, für seine geliebte Familie.

Als Zuschauer verurteilen wir jegliche böse Machenschaften und wollen, dass die jeweiligen Personen aus dem Verkehr gezogen werden. Das Gute soll gewinnen. Doch nicht bei Breaking Bad! Dass er Geschmack an der Kriminalität fand und als Drogenbaron die Welt unsicher macht, verzeihen wir im aufgrund der familiären Umstände. Er kämpft ständig um das Überleben und wir als Zuschauer wollen erfahren, wie und vor allem ob er es am Ende schaffen wird. Aber ist Zwielicht das Erfolgsgeheimnis von Breaking Bad? Haben wir die Serie erstmal angefangen zu schauen, können wir gar nicht mehr aufhören. Woran liegt das?

Produzent spricht über das Geheimnis

Jetzt lassen sich viele Theorien aufstellen, warum Breaking Bad so erfolgreich wurde, denn ein zwiespältiger Charakter reicht nicht aus, um eine tolle Geschichte zu erzählen. Was ist also das Besondere am Storytelling von Breaking Bad? Gerade im Internet häufen sich die Ideen und Erklärungen, wie diese Serie einen so großen Erfolg einbrachte. Doch warum nicht den Produzenten von Breaking Bad, Stewart Lyons, selbst nach dem Erfolgsgeheimnis fragen? Im Rahmen des Vega Camps an der Hochschule der Medien, traf ich Stewart Lyons der einen Vortrag hielt und fragte in anschließend, was eine gute Geschichte, wie gutes Storytelling aussieht. Wie wird die Geschichte in Breaking Bad erzählt und welche Faktoren des Erzählens haben diesen Erfolg beschert?
Meine Frage habe ich zudem als Audio aufgenommen und möchte euch dies hier auch direkt präsentieren. Klickt dazu einfach auf den folgenden Link:

Audio-Interview mit Stewart Lyons

Ich fasse zusammen: Um die Spannung von Anfang bis zum Ende zu halten, muss in jeder Szene ein Konflikt herrschen, sodass der Zuschauer gespannt vor dem Bildschirm sitzt und die Serie verfolgt. Ohne Konflikt gibt es keine Szene und ohne Szene keine Story.

Stewart Lyons hat dies auch schön mit einem Vergleich beschrieben. Die Einheit der Konstruktion eines Gebäudes ist aus Stahl, es ist so gesehen der Kern des Konstrukts. Wie sieht das bei Serien und Filmen aus? Hier ist es die Szene, die den Kern eines guten Films bzw. einer guten Serie wie Breaking Bad ausmacht. Und was benötigen wir für eine gute Szene? Richtig, einen Konflikt! Ohne Konflikt haben wir keine Szene, zumindest keine Aussagekräftige, die uns Zuschauer an den Bildschirm bannt.
Ein Konflikt zu inszenieren bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass dies zwischen zwei Personen ausgehen muss. Personen können auch einen intrapersonalen Konflikt aufweisen, so wie es in Breaking Bad beim Hauptprotagonisten Walter der Fall ist – er möchte für seine Familie alles tun, wittert aber gleichzeitig die große Chance als Drogenbaron – was soll er tun?

Der TwitterNutzer „Kyle“ bringt Breaking Bad im Zusammenhang mit Konflikten sehr gut auf den Punkt:

Breaking Bad lebt von Konflikten und die Serie schafft es tatsächlich die allgegenwärtigen Konflikte, intrapersonalen sowie interpersonalen Konflikt, in jeder Szene einzusetzen und somit die Spannung des Zuschauers zu gewahren. Ständige Ungereimtheiten, Personen, dessen Interessen, Zielsetzungen und Wertvorstellungen in der gesamten Serie unvereinbar sind und somit in einem ununterbrochenem Konflikt stehen.

Wer Breaking Bad noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen. Wahre Fans greifen zur gesamten DVD Kollektion, die ich euch hier verlinke – zugreifen, sonst fehlt euch eine unglaublich spannende Story in eurer Sammlung!

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Was lernen wir aus der ganzen Geschichte? Wer eine gute Serie oder Film auf die Beine stellen möchte, sollte mit Konflikten arbeiten und diese in jeder Szene gewährleisten, um so eine ständige Spannung zu erzeugen. Denn wie sagte Stewart Lyons, ohne Konflikt existiert keine Szene und damit auch keine Story.

Habt ihr Breaking Bad bereits gesehen? Was sagt ihr zu dieser Serie und welche Staffel findet ihr am Besten inszeniert?

Veröffentlicht von

Thomas Noschka

Hallo, ich bin Thomas – Blogger, Grafik- und Interface Designer. Ich skate gerne, trinke Tee, reise oft und sehe das Internet als große Spielwiese an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, dann besuche mich auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube

4 Gedanken zu „Warum ist Breaking Bad so erfolgreich?“

  1. Hey Thomas,

    danke für den Artikel und vor allem für den Audioschnipsel. Wie cool, dass du Lyons direkt diese Frage stellen konntest.

    Konflikte treiben jede gute Geschichte an. Wie langweilig wäre es gewesen, wenn Frodo die Wahl gehabt hätte und es auch vollkommen in Ordnung gewesen wäre, den Ring nicht ins Feuer zu schmeißen. ;)

    Beste Grüße,

    Gordon

  2. Hallo Gordon,
    herzlichen Dank für dein Kommentar, hat mich sehr gefreut. :) Schöner Vergleich mit Frodo und dem Ring! Ich finde das super inspirierend – Konflikte sind super spannend, aber das versuchen in jeder Szene aufrecht zu halten – nicht schlecht, erst dann wird eine Story wirklich einzigartig.

    Ganz liebe Grüße.

  3. HI Thomas,

    prima Artikel, danke! Es freut mich immer, wenn ich Storytelling-Tipps anhand aktueller Filme, Serien und Co. zu lesen bekomme, da man diese so viel einfacher nachvollziehen kann. Und Breaking Bad ist ein Parade-Beispiel für so einen Konflikt!

    Liebe Grüße
    Annika

  4. Hallo Annika,
    herzlichen Dank! Da gebe ich dir vollkommen Recht! Es ist meist eine so simple Sache, die man aber immer wieder vor Augen geführt bekommen sollte, egal ob profi oder Laie – daher war ich wirklich froh, Stewart Lyons getroffen zu haben :-)

    Ganz liebe Grüße.

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