Ist der Facebook Gefällt mir Button zu gefährlich?

Wie weit geht der Datenschutz bei Facebook und Gefällt mir
Sind unsere Daten geschützt?

»Gefällt mir«, wenn Katharina mal wieder betrunken aus der Disko kam. Oder »Gefällt« mir, wenn Michael wieder seine Lieblings-Pornoseiten verlinkt. Wer auf Facebook den Button »Gefällt mir« drückt, gibt seine Daten weiter. Doch wie gefährlich ist dieser Button wirklich und welche Informationen werden tatsächlich übertragen und vom Server aufgenommen?

Schon vor drei Monaten hat das Landes-Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein (ULD), den »Gefällt mir« Button verboten. Dabei sollten Webseiten, die einen solchen »Gefällt mir« Button führen und nutzen, diesen entfernen, um zum einen keine Daten weiterzugeben und zum anderen um nicht gegen das Bundesdatenschutz und Telemediengesetz zu verstoßen. Wer dieser »Bitte« nicht nachgegangen ist, bekam 50.000 Euro Bußgeld aufgetischt.

Doch was ist überhaupt so schlimm an einem »Gefällt mir« Button? In der Realität sieht das Ganze so aus, dass alle Internetverkehrsdaten an den Server von Facebook gesendet werden, sobald dieser Daumen gedrückt wird oder selbst, wenn eine Webseite angesurft wird, die einen solchen Daumen anbietet. Dabei spielt es keine Rolle, ob man auf Facebook Mitglied ist oder nicht: Das gesamte Netz ist von diesen »Gefällt mir« Button nahezu verseucht, womit Facebook eine große Anzahl an Nutzern anhand der IP-Adressen identifizieren kann. Richard Allan, der bei Facebook für das Europa-Geschäft verantwortlich ist, versicherte allerdings, dass eine Analyse Software prüfe, ob der Server IP-Adressen aus Deutschland bekäme. Ist das der Fall, werden die Datenströme anonymisiert. Das Ganze soll über ein Geo-IP-Verfahren funktionieren, mit deren Hilfe aus einer herkömmlichen Internetprotokolladresse (IP), eine generische Zahlenabfolge entsteht. Das könnte zum Beispiel so aussehen: 425.425.425.425. Dadurch wäre es für Facebook nicht mehr möglich, Computer zu verfolgen bzw. zu identifizieren.

Natürlich bleibt die Frage, ob das auch wirklich stimmt. Denn wenn Facebook anhand des Geo-IP-Verfahrens die Adressen wirklich ändert, so besitzt das Unternehmen sowieso unsere Daten. Denn bevor die Internetprotokolladresse mittels Verfahren kryptisch verändert wird, muss sie ja irgendwie in den Server eingespießt werden. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das so ein Vorgang nicht rückgängig gemacht werden kann?! Fortführend argumentiert Facebook nahezu selbstsicher, dass die tatsächliche IP-Adresse nur für den notwendigen und vorübergehenden Zweck nur gespeichert werden, um eine Kommunikation zu ermöglichen.
Okay, IP-Adressen werden anhand eines Geo-IP-Verfahrens verändert, aber dennoch abgespeichert?! Wie sieht es mit Internetnutzern aus, die kein Facebook nutzen geschweige denn Mitglied sind? Sobald sich ein »Gefällt mir« Button auf einer Webseite befindet, werden Daten, egal ob dieser Button gedrückt wird oder nicht, an Facebook gesendet und verarbeitet. Hierzu gehören Besuch und Datum, die aufgerufene URL sowie den Browser-Typ, der genutzt wird. Wie weit Facebook mit diesen Daten geht, ist leider unklar – das weiß nur Facebook selbst. Wenn man aber 1 und 1 zusammenzählt, versteht man schnell, wie mächtig dieses soziale Netzwerk wirklich ist.

Cookies spielen da auch eine wesentliche Rolle. Diese Cyberplätzchen verteilt Facebook, sobald man lediglich mal auf der Startseite dieser Webseite war. Gespeichert werden diese 2 Jahre lang, wobei ständig neue Cookies gesetzt werden können, die dann einen Computernutzer identifizieren können. Doch welchen entscheidenden Vorteil bringt das so genannte »Tracking« von Benutzern? Ganz einfach, man zwingt sie indirekt zum Konsum, indem man personenbezogene Werbung einblendet, natürlich nur Produkte, die einen interessieren. Denn ohne Cookies, mit denen eine solche Analyse möglich ist, könnte man nie so ein genaues Benutzerprofil erstellen.
Was also tun, um keine Cookies von Facebook angeboten zu bekommen? Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder niemals die Webseite facebook.com besuchen oder aber Cookies unterbinden und deaktivieren, was jeder Browser als Einstellungsmöglichkeit anbietet. Aber Cookies völlig zu unterbinden ist auch keine Lösung, da nicht nur der »Gefällt mir« Button nicht mehr funktioniert, sondern auch andere Webseiten dadurch nicht mehr richtig funktionieren und entsprechend aufgerufen werden können. Wer also Facebook nutzen möchte und dennoch nicht möchte, dass Cookies das Leben ausspionieren, sollte sie wenigstens regelmäßig löschen, wobei das komplette Unterbinden auch nicht möglich ist.

Daher: Wer KOMPLETT sicher gehen möchte, nicht der Spionage zu entfallen, sollte nie wieder ins Internet gehen, so hart das auch klingen mag. Es ist doch klar, das unser Leben immer transparenter wird. Was ich davon halte? Gefällt mir!

Veröffentlicht von

Thomas Noschka

Hallo, ich bin Thomas – Blogger, Grafik- und Interface Designer. Ich skate gerne, trinke Tee, reise oft und sehe das Internet als große Spielwiese an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, dann besuche mich auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube

4 Gedanken zu „Ist der Facebook Gefällt mir Button zu gefährlich?“

  1. Hey Tex, in der Regel sind Like Buttons nicht schlimm, aber man sollte vorsichtig sein, denn ich habe gehört, dass sich immerwieder Hacker die Daten der Facebook benutzer geholt haben, dazu kamen sie wenn ein Benutzer einen Link, Video unter denen ein like Button stand. Wenn Die Benutzer das Video, Link oder geliked haben, Der virenschutz kommt zwar dann, aber bis dahin ist alles schon zu spät und Der Hacker verfügt über die Daten. Man sollte aufpassen mit den Liken, Videos anschauen und Links benutzen
    Das war meine Meinung

    LG Matze96

  2. Im Internet sind nur Gefahren. Es ist wie ein Schachspiel, „Ein kleiner Fehler und du bist Arm“. Also ich gebe nie alles von mir preis, mache nie für jeden alles sichtbar und stelle von mir nur Fotos rein mit schwarzen Sonnenbrillen so kennt dich keiner dann, Ha!

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