30 August, 2011 von Thomas Noschka · 13 Kommentare

Dürfen Kinder Videospiele spielen, ohne Bedenken?

Zum Thema Videospiele fallen einem Begriffe wie Freude, Spaß, Hardcore, Casual, … aber auch Sucht ein. Elektronische Spiele sind dabei schon lange ein fester Bestandteil unseres Leben geworden. Wir spielen um abzuschalten, um Spaß zu haben oder um in eine völlig andere Welt einzutauchen. Doch woher kommt diese Faszination und wieso spielen Kinder so gern?!

Die Idee zu diesem Artikel kam mir über einen Bericht, den ich in in der »Software Pädagogisch« entdeckt habe. Hier wird aufgezeigt, wieso Kinder so fasziniert von Spielen sind. Genau hier möchte ich euch direkt mitnehmen und anknüpfen, da ich das Thema doch sehr interessant finde und Spiele längst zur Kultur gehören.

Doch wo fange ich am Besten an? In einem Report wurde ein kleiner Test durchgeführt. Dabei hat die Mutter eines Kindes selbst mal versucht, ernsthaft ein Computerspiel zu spielen, damit meine ich keine kurzen Spielephasen, sondern regelmäßiges spielen. Dabei kam raus, dass auch erwachsene Menschen, die oftmals keinen Bezug zu Videospielen haben, Gefallen finden und auch dieses »Verlangen« entwickeln. Man möchte weiterkommen, ein neues Level erreichen – eben Spaß an der Sache haben. Ich persönlich finde schon dieses Erlebnis beachtlich, es stärkt mich als Spieler allemal, da auch andere Menschen erfahren, dass wir Gamer nicht einfach nur süchtig sind.
Das Schicksal meint es nicht gut mit uns Spielern, das kann jeder bestätigen. Immer wieder wird man als »Nerd« bezeichnet, als eine Person, die keine sozialen Kontakte besitzt oder pflegt. Dabei steckt viel mehr dahinter, als man vermuten mag. Es ist eben dieses Spielgefühl; in eine völlig neue Welt eintauchen und die große Spielwelt erkunden. Würden sich mehr Menschen intensiv mit dem Thema beschäftigen, damit meine ich in erster Linie Leute, die noch nie bis kaum gespielt haben, würde man die Faszination besser greifen und verstehen können.

Leider gibt es aber auch Menschen, die süchtig nach Videospielen sind und einfach nicht abschalten können – das können wir nicht verdrängen. Es ist wirklich unverschämt, wenn alle Spieler auf ein Niveau herabgesetzt werden, nur weil die ganzen Süchtigen in den Medien präsent sind. Wenn die Menschheit nur eine Seite der Medaille kennt, ist es auch nicht verwunderlich, dass wir als Abschaum gelten. Manche mögen jetzt vielleicht sagen, dass ich übertreibe, doch letztens hat ein »netter« Bericht eines großen TV-Senders gezeigt, wie wir Spieler doch wirklich gesehen werden. Können wir etwas dafür? Nein, es ist das Klischee – Spieler sind Nerds, ungewaschen, ungepflegt.
Um hier Paroli bieten zu können, müssen Menschen, die mit Videospielen nichts am Hut haben, einfach an den Controller und selbst eine Runde spielen. Doch das ist kaum möglich, da sich viele Erwachsene einfach nicht drauf einlassen und stur an die Medien glauben.

Ich möchte aber wieder zurück zu den Kindern kommen und direkt mit der Frage starten, wieso Kinder gerne Videospiele spielen. Dabei möchte ich auch hier wieder auf den Artikel zurückgreifen, in dem Kinder ihre Meinung zu diesem Thema abgeben. So erzählt ein 13 Jähriger, dass er zur Entspannung, Rennspiele spielt. Für ihn gibt es immer neue Aufgaben zu bewältigen, wodurch ihm nie langweilig wird. Andere Kinder (9 und 10 Jahre) heben dagegen den Spaßfaktor im allgemeinen hervor, bemängeln aber, dass Eltern nie mitspielen wollen. Meistens wollen Eltern, dass Kinder draußen spielen, sich in der freien Natur bewegen und nicht vor dem Fernseher sitzen.

Haben unsere Elter recht? Sollen wir wirklich lieber nach draußen gehen und Videospiele außer Acht lassen, vielleicht sogar meiden? Das richtige Maß muss gefunden werden, hierfür gibt es aber kein Patentrezept. Man muss die richtige Balance finden und Kinder ruhig an die Konsole lassen. Je früher das Kind an Videospiele herangeführt wird, desto besser! Eltern müssen jedoch darauf achten, dass Kinder sich darin nicht verlieren und nur noch am Fernseher hängen. Wie lange ein Kind am Tag spielen darf, hängt vom Spiel ab. Auch andere Interessen und Aufgaben müssen nach wie vor vertreten bzw. erledigt werden können. Experten berufen sich dabei auf folgende Richtwerte:

  • bis 7 Jahre ~ 30 Minuten
  • 8 – 9 Jahre ~ 45 Minuten
  • 10 -11 Jahre ~ 60 Minuten
  • 12 – 13 Jahre ~ 75 Minuten

Ob das viel oder wenig ist, hängt immer vom Kind ab, aber wie eben gesagt auch vom Spiel. Für einen 10 Jährigen macht Super Mario weniger aus als Zelda, wenn ihr versteht was ich meine. Eltern sollen sich zeigen lassen, welche Spiele das Kind spielt und bestenfalls ab und an mitspielen, um zu verstehen, wovon es so begeistert ist. Klare Regeln sollten gesetzt werden, an die sich Kinder halten sollen. Bei Streitereien immer Ruhe bewahren. Und sehr wichtig: Kinder für andere Aktivitäten begeistern und motivieren. Sport ist immer ein perfektes Hobby!

Auch wenn ich am Ende eher den Psychologen gespielt habe, der auf der Seite der Eltern ist: Beide Parteien müssen zufrieden sein. Und ich kann an dieser Stelle nur dazu appellieren, Kinder an die Konsole zu lassen. Ich selbst habe schon mit 3 Jahren (!) angefangen und bereue nichts. Viel mehr hat es mir sogar geholfen, meinen Beruf zu finden, Kreativität zu entwickeln und meine Fantasie freien lauf zu lassen.
Als Spieler ist man kein Mensch ohne soziale Kontakte, macht euch das bewusst!

Autor Thomas Noschka
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Thomas – Blogger, Grafik- und Interface Designer. Ich skate gerne, trinke Tee, reise oft und sehe das Internet als große Spielwiese an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, dann besuche mich auf Twitter, Facebook, Google+ und YouTube
13 Comments:
  1. Ein sehr sehr gut gelungener Artikel, der ein Paradebeispiel für die „fehlende Kommunikation“ zwischen 2 Generationen zeigt.
    Wenn beide Parteien aufeinander zugehen würden, würden beide Parteien die jeweils andere verstehen.

    TheChuk · August 30, 2011
  2. Sehr schöner Artikel!
    Ich finde Spiele zu spielen ist wie eine Art Hobby nur in der virtuellen Welt. Ich selbst bin ja noch jung und bin auch oft draußen aber wenn ich einfach genug davon habe, dann schalte ich die Wii an oder den 3DS und spiele da weiter. Mein Bruder hat mit 3 oder 4 auch angefangen zu spielen. 4 Jahre später kam ich dann zur Welt und bin sozusagen auch mit Videospielen aufgewachsen aber ich weiß selbst wann ich genug davon habe, denn mir ist der Tag zu schade, dass ich nur vor dem Fernsehn sitze. Also meine Mama interessiert sich nicht sehr für sollche Sachen aber mein Papa hat oft mit uns Videospiele gespielt und ab und zu ist die Wii ja auch anziehend wenn es um Multiplayer geht. ;)

    So viel von mir!

    Rash · August 30, 2011
  3. Ich finde Kinder sollten nicht schon so früh abhängig gemacht werden, die videospielesucht wird oft unterschätzt. Texpire toller blog wirklich!

    theDracoful · August 30, 2011
  4. *hust* RTL *hust* ;)
    Ich finds immer wieder erstaunlich wie die Medien die Gamer Community durchn´ Dreck zieht mit dem Gerede von Ungepflegtheit und Abhängigkeit! Ich selber hab auch mit 3 Jahren die PSX (PS1) entdeckt und durch die bin ich auf den PC gekommen, der mir wiederum bei der Jobsuche helfen wird da ich mich heute mit PCs relativ gut auskenne. Da sieht man was eine einfache Konsole bewirken kann!
    Richtig gut gelungener Artikel! ;D

    LG

    Spiko · August 31, 2011
  5. Nun, es hängt ganz vom Kind ab, wie lange er spielen kann und sollte bzw. darf. Ich finde, ein Kind mit niederer Reife sollte nicht wirklich lange spielen, allerdings einer mit höcherer Reife kann ruhig Stunden spielen, solange er nicht anderes vernachlässigt.
    Aber toller Bericht, Tex!

    MfG ShadowTheBlack

    ShadowTheBlack · September 01, 2011
  6. den ersten Artikel den ich komplett gelesen habe <3

    TruespecialDome · September 01, 2011
  7. Ich selbst habe ebenfalls mit 3 Jahren begonnen an der Konsole zu spielen(und das hatte mir als Mädchen mehr Spaß gemacht, als wie mit Barbiepuppen zu spielen xD) und danach dann den Computer. Durch den Computer bin ich auch meinem Berufswunsch viel näher gekommen und bin absolut zufrieden damit und bereue es keinesfalls.

    Klasse Artikel *thumps up*

    Sunny · September 01, 2011
  8. Ich weiß nicht genau wann ich mit dem Zocken angefangen habe.
    Wahrscheinlich so mit 6, aufjedenfall gibts ein Bild vom Tag meiner Schuleinführung, auf dem im Hintergrund ein Konsolenspiel auf dem TV zu sehen ist.
    Mein Bruder hat noch früher angefangen und aus uns sind ganz normale Erwachsene geworden. ^^
    Achja bei mir wars damals so das ich nur an Regentagen ewig vor der Konsole hing, sonst meistens nur Morgens und danach habe ich mit Freunden den ganzen Tag draußen verbracht.

    Den Ruf den Gamer angeblich noch immer haben kann ich in keiner Weise nachvollziehen, vorallem nicht da fast Niemand bis zum Alter von 30 Jahren abstreiten kann noch nie mit Konsolen/PC-Games in Berührung gekommen zu sein.
    Bei der Generation Ü40 bzw. Ü50 sieht es da wahrscheinlich anders aus und dort lebt wohl dieses Vorurteil weiter, weil zu ihrer Zeit nur „Nerds“ wirklich alles in diesem Bereich genutzt haben.
    Von meinen Eltern kann ich das nicht behaupten obwohl sie auch zur Generation Ü40 gehören haben sie wo ich klein war auch leidenschaftlich gern gespielt.
    Meine Mutter tut es bis Heute, auch wenn es momentan nur kleinere Games sind und nicht mehr wie früher RPGs da sie kaum noch Zeit findet lange zu zocken.
    Generell kenne ich einige aus dem Bereich Ü40 die früher viel gespielt haben aber natürlich auch genug die damit überhaupt nichts anfangen können.
    Wie dem auch sei bisher hat mich noch keiner aus der Generation Ü40 schief angesehen, der große TV-Sender musste ja nur wieder irgendwas finden um das Sommerloch zu füllen. Wenn man jeden Tag immer eine gewisse Zeit Nachrichten bringen will muss man eben manchmal auf den lächerlichsten Blödsinn zurückgreifen den man findet um die Sendezeit zu nutzen. Und dieser Sender ist ja das lebende Vorbild wie man aus Häufchen eine Einnahmequelle macht und aus TV eine Massenverblödungswaffe.
    Mal ganz ehrlich, Gamer sind in meinen Augen sehr viel Normaler als jemand der es schafft 24 Stunden RT…*hust* oder einen vergleichbaren Sender zu sehen.

    Um mal wieder aufs eigentliche Thema zu kommen.
    Kinder dürfen zocken aber nur mit klar definierten Regeln und es sollte eingeschränkt werden wenn sie dadurch ihr direktes Umfeld zu sehr vernachlässigen bzw. es ihre Leistung in anderen Bereichen stark einschränkt.
    Ich muss sagen ich hatte als Kind relativ wenig Regeln aber dafür viele Freiheiten für ich bestimmte Anforderungen zu erfüllen hatte.

    Wenn ich irgendwann mal Kinder habe werden die auch mit Games aufwachsen und es wird ihnen nicht schaden wie man es an meiner Generation gesehen hat.

    Gruffel · September 04, 2011
  9. Also als allererstes wirklich guter Artikel.
    Ich bin ganz deiner Meinung.Bei uns ist es so das nicht nur ich und meine Geschwister spielen :D sondern auch meine Mutter spielt auch Spiele. Wir sind alle zwar sehr begeistert von den Spielen allerdings sind wir keine richtig harten Zocker die sich nicht waschen oder sonst was :D Den TV Sender kennt wohl jeder den du angesprochen hast :D Aber eine Frage bleibt immer noch offen…….Wie lange sollte man mit 16 Jahren zocken….. Denn ich weiß nicht wo die Grenze bei einem 16jährigen ist…..Ich persönlich habe mit 6Jahren das aller erste mal am Nintendo64 Diddy Kong Racing gespielt mit meiner Mutter und meiner Cousine :D Aber jetzt nach 10Jahren zocke ich doch eher Spiele wie Mario Kart Wii , Zelda Skyward Sword oder andere Spiele. Und Diddy Kong Racing ist für mich total in vergessenheit geraten -.- wenn ich bloß nochmal das Spiel zocken könnte dann würde ich es nochmal richtig geniesen.
    Aber jetzt genug der vielen Worte.Es war ein guter Artikel man sollte nicht einfach jeden so behandeln nur weil er Spiele spielt…Ich finde gleichberechtigung für alle sollte schon sein. :)
    Mach weiter so. Freue mich schon über neue Artikel.
    Liebe Grüße,
    Marcel (The15marci15 , Marci) .

    The15marci15 (Marcel,Marci) · Februar 13, 2012
  10. Das ist ja auch so ähnlich wie die „Alle Gamer sind Amokläufer“ Thematik.

    Bloß weil 2 oder 3 Amokläufer Shooter spielen sind auf einmal alle Gamer potenziel gefährdet sowas kotzt mich einfach an

    Aber schöner Artikel und bekommt natürlich ein Like^^

    TheLegendKevinLP · Mai 26, 2012
  11. Finde auch, man sollte einen bewussten Umgang zum Thema Spiele haben.
    Also sobald Arbeit Schule Freunde Familie Hygiene stark vernachlässigt wird, muss der Umgang eingeschränkt werden.

    Ansonsten, wer die Zeit findet und es zum abschalten, entspannen nutzt ist nicht gleich der kontaktlose dreckige Nerd, als den Gamer immer wieder hingestellt werden.

    Genauso, dass Shooter immer als alleiniger Grund angesehen werden, warum jemand einen Amok verübt.

    Ich als junge Frau habe auch schon Shooter gespielt. Und ich kann mich insoweit einschätzen, dass ich durch die Nutzung eines Controllers NICHT die Handhabung eines Gewehres gelernt haben könnte ;)
    Oder Amok laufen würde…

    Mein Kind werde ich an das Thema Gaming heranführen und einen Ausgleich schaffen. Ein Hobby oder 2. Sport. Radsport. Theater. was auch immer.

    Hauptsache mein Kind lernt die Zeit sinnvoll zu nutzen – und sei es, dass es an einem stürmischen, regnerischen Tag die Konsole anschaltet ;)

    lini · November 12, 2015

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